Wudersch

Budaörs war am Ende des 17. Jahrhunderts – im Zeitabschnitt der Türkenherrschaft und der Befreiungskriege in der Ofener (Buda) Gegend – sozusagen vollkommen entvölkert.
Um die unbewohnten Gebiete wieder nutzbringend zu gestalten, hat der Habsburger-Hof und auch die Großgrundbesitzer begonnen diese zu besiedeln. Diesem Interesse folgend wurden den Neuankömmlingen in dem entvölkerten Gebiet günstige Siedlungsbedingungen angeboten, infolgedessen tatsächlich eine Völkerwanderung im ganzen Lande begonnen hat. Die Grundbesitzer aber, die dadurch viele ihrer Leibeigenen verloren, haben den Besiedlungsvorgang gehemmt, wodurch es notwendig wurde, Siedler aus dem Deutschen Reich zu holen. Die Wudersch ©gallaidesign Ansiedlung von Deutschen in Budaörs begann im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit war die Ortschaft Eigentum der Familie Zichy (Leopold I. hat Budaörs – zusammen mit 11 anderen Siedlungen des Komitates Pilis - dem Grafen István Zichy geschenkt).Aus materiellen Gründen hat die Familie Zichy die Ortschaft des öfteren verpfändet. 1719 hat die Frau des Grafen Peter Zichy, Zsuzsanna Bercsényi. Budaörs vom Ofener Kamerialinspektor Christoph Zanegg auf ihren eigenen Namen wiedereingelöst.Die ab 1718 kontinuierlich in Budaörs ankommenden deutschen Siedler haben am 21. April 1721 mit Zsuzsanna Bercsényi einen Vertrag abgeschlossen.
Laut dem Übereinkommen hat die Gräfin außer Haus und Stallungen auch ein Stück Ackerland und Weide den Siedlern überlassen. Dazu auch noch verschiedene Begünstigungen: Sie übernahm auf die Dauer von drei Jahren die Lasten der zu zahlenden Gebühren. Das für Felder und Wiesen fällige Neuntel wurde den Siedlern für zwei Jahre entlassen. Neuangekommene Leibeigene brauchten fünf Jahre lang kein Neuntel zu geben. Neben den Begünstigungen enthielt der Vertrag auch einige strenge Bedingungen. So war die Möglichkeit der Abwanderung streng geregelt.
Die Siedler hatten die Aufgabe, die Einöde in fruchtbaren Boden zu verwandeln und für sich selber eine dauerhafte Existentz zu schaffen.
Der Vertrag wurde 1727 erneuert und um weitere Begünstigungen erweitert, - dann ab 1733 galt die bisher jedes dritte Jahr erneuerte Vereinbarung für endgültig maßgebend.Die Bewohner von Budaörs wählten aus ihren Reihen einen Vorsteher, den Gemeinderichter, der die wichtigeren Angelegenheiten zu erledigen und die Gemeinde zu vertreten hatte.Die Neusiedler haben Budaörs und Umgebung auch wirtschaftlich zur Blüte gebracht, und ab der 1730er Jahre wurde mit dem Bau der Kirche und der Schule begonnen.
1739 ist im Ort die Pestseuche ausgebrochen, die 259 Todesopfer forderte. Zur Zeit der Seuche wurde ein Pestfriedhof geschaffen, dessen Stelle jedoch unbekannt ist.Ungefähr die Hälfte der Einwohner ging durch die Pest verloren und somit war Budaörs abermals entvölkert. Deshalb brachte Miklós Zichy abermals ca. 50 neue Familien in den Ort, die sehr wahrscheinlich aus Württemberg gekommen waren.
Nun begann ein stärkerer Zuwachs der Einwohnerzahl, die laut dem Protokoll über einen kirchlichem Besuch im Jahre 1756 auf 785 Seelen angestiegen war. 1758 star Miklós Zichy, der „Gütige Herr” von Budaörs und kaum sieben Jahre nachher hat die Königliche Kammer – ihr vertragliches Recht aus dem Jahre 1659 beanspruchend – Budaörs von der Familie Zichy zurückgenommen, wodurch ab 1765 die Gemeinde nun viele Jahrzehnte hindurch dem Ofener Herrschaftsgut der Kammer zugehörig wurde. Aus diesem Anlaß bedankten sich die Budaörser mit warmen Worten in einem freundlichen Brief an die Witwe von Miklós Zichy, bei Elisabeth Berényi für die ihnen zuteilgewordene Güte und nahmen somit Abschied von der mehr als hundert Jahre währenden Zichy-Herrschaft in Budaörs.

Deutschen in Budaörs begann im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts.

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