Brauchtum


Dreikönigstag

január 6th, 2009 | kategória: Brauchtum, header

DreikönigDer 6. Januar führt gleich zu zwei Namen im Kalender, nämlich Epiphanias und Dreikönigstag. In vielen Familien wird der Weihnachtsbaum zum letzten Mal angezündet und anschließend geplündert.

Mit dem Dreikönigstag gehen die Zwölf Nächte zu Ende, man schreibt mit Kreide die Buchstaben C+M+B an die Haustür und hofft, damit wieder für ein Jahr alles Übel fernhalten zu können. Caspar, Melchior und Balthasar, die drei Weisen aus dem Morgenland, geben den Hintergrund des Brauch.

Der Dreikönigstag war - ähnlich wie die Osternacht - früher ein traditioneller Tauftag. Im Gedenken an die Taufe findet daher die Dreikönigswasserweihe statt. Mit dem geweihten Wasser, das meist einige Tage lang in der Kirche abgeholt werden kann, werden die Häuser und Wohnungen gesegnet. Geweiht werden Salz, Weihrauch und Kreide. Salz, weil es schal gewordenes Wasser wieder lebendig macht, Weihrauch als Zeichen des Gebetes, das zu Gott aufsteigt, und die Kreide für den Haussegen. Sie schreiben dann die drei Buchstaben “C+M+B” und die Jahreszahl mit Kreide an die Haustüren. Längst weiß natürlich jeder, dass die Buchstaben für den lateinischen Segensspruch “Christus Mansionem Benedicat” stehen - Christus segne diese Wohnung.

Der hl. Nikolaus

december 5th, 2008 | kategória: Brauchtum, Religion

Der hl. Nikolaus, Bischof von Myra (Kleinasien) wurde wegen seiner Freigebigkeit sehr verehrt und  zum Gabenbringer der Adventszeit erklaert. Auf deutschem Sprachgebiet tritt er als Gabenspender und Kinderfreund erst seit dem 16. Jahrhundert auf. Seit dieser Zeit ist der Brauch bezeugt, dass die Kinder ihre Schuhe vor die Haustür stellen, in die der Nikolaus dann nachts seine Gaben hineinlegt

Ostern in Wudersch

március 24th, 2008 | kategória: Bergland im Donauknie, Brauchtum, Religion, header

Am Tage der Auferstehung Jesus wurden auf dem Steinberg drei Mörserschüsse abgefeuert; diesen Brauch hat noch der Erbauer der Kapelle, Franz Wendler, eingeführt. Die Kirche war zu allen Messen an diesem Tag von Gläubigen überfüllt, während des Hochamtes wurden beim Evangelium und der Elevation von den Schützen Salutschüsse abgegeben und am Ende der Messe standen die Schützen Spalier für den Pfarrer zu seinem Gang aus der Kirche ins Pfarrhaus.
An diesem Tag besuchten die Taufpaten ihre Patenkinder und überbrachten ihnen Geschenke.

Der Karsamstag

március 22nd, 2008 | kategória: Brauchtum, Religion, header

ist der letzte Tag der 40-tägigen Fastenzeit, ein Tag der Stille während der Grabesruhe Jesu und der Vorbereitung auf den Feiertag der Auferstehung Jesu, auf Ostern.

“Die kirchliche Entsprechung  des Osterfeuers ist die Feuerweihe am Karsamstag vormittag. Das vor der Kirche angebrannte Karsamstagsfeuer wird auch Judas- oder Judenverbrennen genannt.” (Die Ungarndeutschen (Karl Manherz, Útmutató Verlag, Budapest)

Fastenzeit in Wudersch

március 18th, 2008 | kategória: Bergland im Donauknie, Brauchtum, Religion, header

Mit dem Aschermittwoch begann die Fastenzeit und dauerte bis Ostern, dabei war die strengste Periode die Karwoche. Am Palmsonntag wurden – zum Gedenken des festlichen Einzugs von Jesus in Jerusalem – Palmkätzchen in der Kirche geweiht, die man dann nach Hause trug, wo sie neben das Kreuz bzw. neben ein heiliges Bild gesteckt worden sind.
Am Gründonnerstag war abends eine feierliche Messe, als die „Glocken nach Rom flogen“, - dann gingen die Kinder mit Ratschen durch die Gassen der Gemeinde und ersetzten dadurch das morgendliche-, Mittags- und Abendläuten.
Karfreitag war ein strenger Fasttag, gearbeitet wurde an diesem Tag nicht. Die Budaörser beteten und sangen zu Hause, gingen dann am Nachmittag um drei Uhr mit der von der Kirche ausgehenden Prozession zum Kalvarienberg, wo sie dem Kreuzweg beiwohnten und damit dem Leidensweg und dem Kreuztod Christi gedachten. Auch eine ganztägige Anbetung in der Kirche war an diesem Tag üblich, am anderen Tag (Samstag) standen die Mitglieder des Schützenvereins Wache am Heiligen Grab.
Am Karsamstag kamen die „Glocken zurück aus Rom“, der Auferstehungsumgang am Abend war dann wieder eine gemeinsame Feier der ganzen Gemeinde. Der ungefähr 300 m lange Umgang wurde bei brennenden Kerzen von Blasmusik begleitet.

Herrgottswinkel

március 17th, 2008 | kategória: Brauchtum

HerrgottswinkelEin Herrgottswinkel ist ein altarähnlicher sakraler Bereich in Wohnhäusern, der meistens in der Küche in einer Zimmerecke zu finden ist. Er besteht aus einem Kreuz Christi, evtl. auch Blumen und weiteren kleinen christlichen Kostbarkeiten.

Aschermittwoch

február 5th, 2008 | kategória: Brauchtum, Religion, header

„Wir aschen die Hausfrau,
wie wir ihre Tochter zum Tanz aufgefordert haben.
Wenigstens ein Ei und ein kleines Stück Wurst
geben sie uns in unsren Korb!“

Mariä Lichtmess - Fest der Darstellung des Herrn im Tempel

február 5th, 2008 | kategória: Brauchtum, Religion

Das Fest der “Darstellung des Herrn” wird vierzig Tage nach Weihnachten als Abschluss der weihnachtlichen Feste gefeiert. Die Krippe wird abgebaut und der Christbaum endgültig aus der Wohnung entfernt.

An Lichtmess wurde der Jahresbedarf an Kerzen für die Kirchen geweiht, die Leute brachten auch Kerzen für den häuslichen Gebrauch zur Segnung, diese gesegneten Kerzen sollten vor allem in der dunklen Jahreszeit das Gebetbuch beleuchten, oder als schwarze Wetterkerzen Unwetter abwehren. Heute wird das früher bedeutende Fest nur noch selten wie früher mit einer Lichterprozession gefeiert.

Nach diesem Tag begann die Arbeit der Bauern nach der Winterpause wieder. Als “Schlenkeltag” war Lichtmess ein wichtiger Termin für Dienstboten: an Lichtmess wurde oft der Dienstherr gewechselt.

Blasiussegen

február 3rd, 2008 | kategória: Brauchtum, Religion, header

Blasius war von Beruf Arzt und wurde Bischof von SebasteAuf das volkstümliche Wunder der Heilung des Jungen mit der Fischgräte geht seit dem 16. Jahrhundert der Brauch des Blasiussegens zurück, wobei zwei geweihte Kerzen gekreuzt vor den Hals gehalten werden, was bei Halsschmerzen, Ersticken und anderen Halserkrankungen helfen soll. Das Segenswort lautet im Benediktionale: “Auf die Fürsprache des heiligen Blasius bewahre dich der Herr vor Halskrankheit und allem Bösen” oder “Der allmächtige Gott schenke dir Gesundheit und Heil; er segne dich auf die Fürsprache des heiligen Blasius durch Christus, unsern Herrn”. Das Brauchtum, am 3. Februar sich “den Hals segnen” zu lassen, hat sich über Jahrhunderte gehalten; Februar ist der Monat, dem schon die alten Römer den Namen “Februarius”, “Fiebermonat” gegeben haben.

Blasius war von Beruf Arzt und wurde Bischof von Sebaste, damals Hauptstadt der römischen Provinz Armenia. Unter Kaiser Licinius erlitt er das Martyrium.

Neujahrswünsche

december 29th, 2007 | kategória: Brauchtum, header

Zum Jahresabschluss wurde immer die Danksagung festlich begangen. Die Blasmusik durfte da nicht fehlen. Sobald das Kirchliche beendet war, spielte die Musik zum Tanz auf. Um 24 Jahr schauten die Unverheirateten, daß sie schnell nach Hause kamen, um den Eltern zu allererst das neue Jahr anzuwünschen, und am frühen Morgen fing das an, und dauerte oft noch Tage. Die Kinder gingen zu allen Verwandten. Einige dieser Wunsche:

ich wünsch Euch ein glückseliges
neues Jahr. Christkindl ins Herz hinein
Fried und Einigkeit, ewig Glückseligkeit
so soll Euer neues Jahr ein.

oder
Bin ein kleines Bingel
stell mich net ins Winkel
laßt mich net so laung stehn
ich muß a Häusel weiter gehn.

Bin a klaner Esel
Stell mich auf an Beset
Halt ich mein Handl auf
Gebts mir a Göld drauf.

Wünsch i wünsch i
was net wos, greifts in
Sock und geibt‘s ma wos.

Hinter Ofen hockt a Hoos
greifts in Sock und geibts ma wos.

Krottendorf (Békásmegyer)

Christkindl-Singen im Krottendorf (Békásmegyer)

december 27th, 2007 | kategória: Brauchtum, header

Zu Beginn der Adventszeit haben sich Jahr für Jahr Gruppen von je vier etwa zwölfjährigen Mädchen zum Christkind-Singen zusammengefunden. Meist waren es zwei Gruppen im Dorf. Die Stimmlagen wurden sorgfaltig ausgewählt, denn Maria sollte eine hohe und Josef eine tiefe Stimme haben. Nun wurde fleil3ig geübt - oft unter der Leitung des Kantors -, denn am Heiligabend durfte man sich von nichts “drausbringen” lassen. Ais Requisiten benötigte man zwei Kerzen für die Engel, für Maria einen geschmückten Stab und Josef trug eine Wiege mit einer Puppe als Jesuskind sowie ein Kreuz. Die Mädchen hatten weiße Kleider an und ließen ihre Haare offen. Die beiden Engel hatten im goldenes Band im Haar, Maria trug einen Schleier und Josef möglichst einen braunen Umhang. Als Begleitung dieser Gruppe gingen noch zwei Gaten-(Gerten)buam mit. Sie trugen ein Bündel selbstgeschnittener Weidenruten mit. Eine Kasse wurde natürlich auch mitgenommen und man freute sich, wenn es in der Blechdose schepperte. Am Heiligabend, etwa um 3 Uhr, ging es los. Die “Christkindln” gingen von Haus zu Haus. Vor den Türen kundeten Glöckchen ihr Kommen an und die Gruppe rief im Chor: “Derfe die Christkindln eini?”. Selbstverständlich durfte man, ja man wurde sogar sehnsüchtig erwartet. Oft wurde man schon draußen heimlich mit Geschenken für die Kinder bepackt, die man dann überbringen sollte. Mit “Gelobt sei Jesus Christus” trat man ein und steilte die Utensilien auf den Tisch. Die vorbereiteten Kerzen wurden angezundet und bei feierlicher Stile stimmten die “Christkindln” ihr Lied an:

Engeln:
Schain gun Ohmd,
was gib Eich Gott,
was gib Eich Gott,
i bin an ausgesandter Bot.
Von Gott, von Gott,
bin ichs gesandt,
bin ichs gesandt,
der Erzengei Gabriel werd’ ichs genannt.
Die Kraun trog i
wohl auf mein Haupt,
wohl auf mein Haupt,
hat mir’s Gottvater,
Gottsohn erlaubt.
Maria, Maria,
tritt herein,
tritt herein,
es wird Dir schon erlaubet sein.

Maria:
Ich kumm hereingetreten,
will hean, ob Eire Kinder fleißig beten.
Wann sie fleißig beten und singen,
werme eana goldene Gaben bringen.
Wann sie net fleißig beten und singen,
werd die Ruaten umerspringen.

Engeln:
O Maria sei net so hoat,
es geschiet nach Deinen Woat.
Tu es nochmals umbedenken,
und den Kindelein Gaben schénken.
Maria: Josef, herzliebster Josef mein.
Josef: Groß‘ Maria und Jungfrau rein.
Maria: Geh rein und wieg das Kindlein ein.
Josef: Wie soll ich das arme Kindlein wiegen,
kann mein alten Rücken nicht biegen.
Schlaf ein, schlaf ein, o Jesulein.
Maria: Josef, herzliebster Josef mein.
Josef: Groß‘ Maria und Jungfrau rein.
Maria: Was soll dem Kind sein Wiege sein?
Josef: Krippe soll sein Wiege sein.
Alle: Krippe ein, Jungfrau rein,
Krippe soll sein Wiege sein.
Maria: Josef, herzliebster Josef mein.
Josef: Groß‘ Maria und Jungfrau rein.
Maria: Was soll dem Kind sein Windlein sein?
Josef: Schlärlein soll sein Windlein sein.
Alle: Schlärlein sein, Jungfrau rein,
Schlärlein soll sein Windlein sein.
Maria: Josef, herzliebster Josef mein.
Josef: Groß‘ Maria und Jungfrau rein
Maria: Was soll dem Kind sein Name sein?
Josef: Jesu soll sein Name sein.
Alle: Jesu sein, Jungfrau rein,
Jesu soll sein Name sein.
Schlaf, liebstes Kindelein,
schlaf, liebstes Jesulein,
schließ Deine Augelein,
und jedermann Dich wiege,
und jedermann Dich ehre,
bis aus hat geschlafen o Jesulein,
bis aus hat geschlafen o Jesulein.

Nun nahm Maria eine von den Ruten, berührte damit jeden im Hause mit den Worten: “Frisch und gsund, frisch und gsund, bleihts gsund, bis i wiederkum!

Alle: Wir wünschen Eich alle a glückselige Weihnacht!

So ging es von Haus zu Haus. Bis zum Gebetläuten mußte man beim Pfarrer scm und ihm vorsingen. Anschließend wurde eine kurze Pause gemacht zum Abendessen. Dann ging es gestarkt wieder weiter bis Mitternacht. Vor der Mitternachtsmesse zogen die Gruppen in die Kirche jeweils vor einen Seitenaltar ein - hier stellten sie ihre Requisiten ab, die dann die ganze Weihnachtszeit über dort blieben.

Inhalt mit freundlicher Unterstütztung von

László Wittinger
Békásmegyer

Luciatag

december 13th, 2007 | kategória: Brauchtum, header

heilige LuciaBis zur gregorianischen Kalenderreform (16. Jahrhundert) wurde der Luciatag als der kürzeste Tag im Jahr betrachtet. Nach dem Volksglauben haben in dieser Nacht die Hexen eine große Macht, die man jetzt in erster Linie durch Räuchern der Wohnräume und Ställe vertreiben wollte. Bei einigen mitteleuropäischen Völkern – so auch bei den Ungarn und in manchen süddeutschen Gebieten – erfuhr dieser Kalendertag eine Personifizierung. Die Lucia war meist als hässliches Wesen gedacht, das die Kinder erschreckt und die Erwachsenen bestraft, wenn diese an ihrem Tag bestimmte Verbote unbeachtet ließen. Eine solche Personifizierung war auch bei den Deutschen im Ofner Bergland bekannt. Man stellte sich die Lucia auch als eine freundliche, Gaben spendende Frau vor. In den deutschen Dörfern Westungarns bekamen die Kinder am Morgen des 13. Dezember von der Lutzelfrau oder Pudelfrau allerlei Süßigkeiten. Der Brauch des Lucia-Weizens ist mancherorts auch heute noch lebendig. Am 13. Dezember legt man in einen Blumentopf Weizenkörner und begießt sie jeden Tag. Im warmen Zimmer keimen die Körner schnell, und ihre Triebe sind zu Weihnachten etwa 15–20 cm hoch. Man glaubt, dass aus der Länge der Triebe auf die Ernte des kommenden Jahres geschlossen werden kann. An diesem Tag galt in vielen Ortschaften ein Näh- und Strickverbot, denn es wurde gesagt: Wer am Luciatag mit der Nadel arbeitet, der näht bzw. strickt den Hühnern den Hintern zu, und so können diese nicht legen.

Barbaratag

december 4th, 2007 | kategória: Brauchtum

Auch der 4. Dezember, der Barbaratag, eignet sich für das Weissagen. Um Mitternacht oder in der Früh gingen die Mädchen und die Frauen in den Garten oder in den Hof hinaus und brachen sich einige Zweige eines Kirsch-, Aprikosen- oder Apfelbaumes ab. Diese so genannten Barbarazweige (Barbaratswaich, Lewetswaich) wurden an einen warmen Platz gestellt. Wenn sie zu Weihnachten blühten, war nach dem Volksglauben eine reiche Ernte zu erwarten. Wurden die Zweige von einem Mädchen gebrochen und gepflegt, so sollte sie im nächsten Jahr heiraten. Das Nichterblühen der Zweige bedeutete Unglück. In der hl. Barbara verehren auch die Bergleute ihre Schutzpatronin. Dieser Tag wurde in Ungarn bis 1945 auch staatlicherseits offiziell unterstützt und gefeiert, seit einigen Jahren wird dieses Fest in den Bergmannssiedlungen wieder nach alter Tradition begangen.

Gebet an die Heilige Barbara

december 4th, 2007 | kategória: Brauchtum, Religion, header

So beteten und sangen die Leute, während die Bergmannern unter Tage Kohle und Bodenschätze aus der Tiefe holten oder einen Tunnel durch das Gestein wühlten.

O heilige Barbara Du edle Braut,
Mein Leib und Seel’ sei Dir vertraut.
Sowohl im Leben als im Tod,
Komm mir zu Hilf’ in letzter Not.

Komm mir zu Hilf’ beim letzten End,
Dass ich empfang’ das heiligste Sakrament.
Dass ich bei Gott soviel erwerb’,
Dass ich in seiner Gnade sterb’.

Den bösen Geist weit von mir treib,
Mit Deiner Hilf’ stets bei mir bleib!
Wenn sich mein’ Seel’ vom Leibe trennt,
So nimm sie auf in Deine Händ!

Behüt sie Gott vor höllischer Pein,
Und führ’ mein’ Seel’ in den Himmel ein.
Amen

Das Gebet ist aus dem Erben von dem Großvater Maria Mirk (Sankt-Iwan - Ungarn)

heilge Barbara

december 3rd, 2007 | kategória: Brauchtum, Religion, header

Barbara lebte der Legende nach als Tochter des Dioscuros am Ende des 3. Jahrhunderts im kleinasiatischen Nikomedia (heute Izmit). Ihr Vater wird von den verschiedenen Versionen als König, oder zumindest reicher Kaufmann, oder ein Angehöriger der kaiserlichen Leibgarde betrachtet.Nach der Legende wurde Barbara von ihrem heidnischen Vater, dem reichen Dioskuros von Nikomedia, in einen Turm geschlossen, weil er auf seine bildschöne und verführerisch junge Tochter eifersüchtig war und sie am Heiraten hindern wollte. Während der Vater auf Reisen war, ließ Barbara sich taufen: vom Heiligen Geist erleuchtet, sei sie in ein heidnisches Opferbecken gestiegen und habe die Taufe durch Johannes den Täufer, der ihr erschien, erhalten.

In der heiliger Barbara verehren auch die Bergleute ihre Schutzpatronin. Dieser Tag wurde in Ungarn bis 1945 auch staatlicherseits offiziell unterstützt und gefeiert.

Katharinatag

november 25th, 2007 | kategória: Brauchtum, header

St. Katharina: Die Schutzpatronin der NiederhutAm 25. November, dem Katharinatag, wurde der letzte Ball vor dem Advent, der Katharinaball (Kotraiball), veranstaltet. Von diesem Tag an bis zum zweiten Weihnachtstag gab es keine Tanzunterhaltungen. Es hieß: Kathrein schließt die Geige ein mit ihrem großen Rosmarein. Nach dem Katharinatag nimmt der Advent und damit auch der winterliche Brauchtumskreis seinen Anfang.

Donautanz

november 20th, 2007 | kategória: Brauchtum, Partners, Volkstracht, header

donautanzDonautanz ist eine deutsch-ungarische Initiative zur wissenschaftlichen und künstlerischen Aufarbeitung des Nachlasses des Leipziger Tanzforschers Dr. Kurt Petermann. Im Mittelpunkt des Projekts stehen die Tänze der Ungarndeutschen und die Frage wie Folklore zwischen Nation und Transnation in Europa heute und morgen gebraucht und missbraucht werden kann.

Martinstag

november 11th, 2007 | kategória: Brauchtum, header

St Martin von ToursAm Martinstag, dem 11. November, feierte man früher noch einmal den Abschluss des wirtschaftlichen Arbeitsjahres, deshalb haben viele Dörfer an diesem Tag ihre Kirmes. Die Aussage ’Martini kommt auf dem Schimmel geritten’ deutet nicht nur darauf hin, dass an diesem Tag gewöhnlich der erste Schnee fiel, sondem vor allem darauf, dass die kirchlichen Bilder den Heiligen so darstellen.

Allerheiligen

október 31st, 2007 | kategória: Brauchtum, Religion

Zu Allerheiligen wird aller Heiligen, Märtyrer und Verstorbenen gedacht, auch der Heiligen, „um deren Heiligkeit niemand weiß als Gott.“Das älteste Beispiel ist der bei Johannes Chrysostomos für das Antiochien des 4. Jahrhunderts bezeugte „Herrentag aller Heiligen“ am Oktavtag von Pfingsten. Ein römisches Allerheiligenfest entstand im 7. Jahrhundert durch die jährliche Begehung der Kirchweihe des Pantheons in Rom zu Ehren der Jungfrau Maria und aller Märtyrer.
In Irland hat man sich um die Wende vom 8. Zum 9. Jahrhundert in der Frage nach dem Ansatz eines Allerheiligen-Festes auf einen markanten Termin im Ablauf des keltischen Jahres, auf seinen Anfang – der zugleich als Winteranfang gilt – auf den 1. November fixiert.

Nachdem früher die lateinische Kirche das Fest aller Heiligen in der österlichen Zeit begangen hatte, verbreitete sich das irisch begründete neue Novemberdatum über Northumbrien so weit, bis es von Päpsten (Gregor IV.) und Fürsten (Ludwig d.Fr.) gefördert wurde und im Kalender des lateinischen Westens Alleingeltung erhielt.

Im Hintergrund steht nicht mehr Ostern, sondern die vergehende Natur, über der die unvergängliche Welt der Heiligen sichtbar wird.

Die Gräber auf den Friedhöfen werden von den Angehörigen geschmückt, bei Katholiken wird das Seelenlicht entzündet, das auch noch am darauf folgenden Allerseelentag leuchtet – es ist das Symbol des „Ewigen Lichtes“, das den Verstorbenen leuchtet.

Fronleichnam im Wudersch

október 5th, 2007 | kategória: Brauchtum, Religion

Fronleichnam im Wudersch ©HeimatmuseumEiner der größten Feiertage der Gemeinde war Fronleichnam, als die Gläubigen am Feste des Altarsakraments einen Blumenteppich auf den Prozessionsweg im Ort hinzauberten. Damals betrug der Weg der Prozession noch 2 km. Wo der Umgang vorbeikam, da haben die Hauseigentümer in Zusammenarbeit mit der Verwandtschaft einen 2 m breiten Teppich aus Blütenblättern gelegt.
Die Blumen wurden in den Tagen vor dem Fest gepflückt, jedoch hauptsächlich am Sonntag davor. Die Blütenblätter sammelte man in Körben, dann wurden sie im Keller in dünner Schicht ausgebreitet, nebelartig besprüht, damit sie frisch bleiben. Diese Arbeit wurde überwiegend von Mädchen und Frauen verrichtet. Sehr gefragt waren Kornblumen, Margerithen, Klatschmohn, Rittersporn und alle haltbaren Blumen.
Die Männer schnitten am Frühmorgen des Festes blattreiche Äste, die rechts und links in Halbmeter-Entfernung zum Blumenteppich in den Boden gesteckt wurden. Ebenfalls die Männer hatten zur Aufgabe die Breite des Teppichs vorzuzeichnen und den Boden öfters ausgiebig zu begießen.
Fronleichnam im Wudersch ©Heimatmuseum Beim Teppichstreuen mußte die Zusammenstellung der Farben sehr beachtet werden, wie auch das gleichmäßige Streuen, dessen Schnelligkeit, die gleichmäßige Anordnung der Motive, welche natürlich religiöse Überzeugung versinnbildlichen sollten. Besonders viel war zu tun bei den vier Häusern, an deren Gassenfront sich die Fronleichnams-Kapellen anlehnten (das waren die Familien Braun, Wendler, Hauser, Kubik). Es bedeutete eine große Ehre, diese Kapellen schmücken zu dürfen.
Zum Zieren dienten aus frischen Blumen geflochtene Kränze, Altarbilder, Statuen, Leuchter und zierliche Tücher.
Vor der Prozession wurde in der Kirche ein Hochamt gelesen mit Blasmusikbegleitung, an der allgemein die Hesz-Musikkapelle und der Kirchenchor beteiligt waren. Bis das Hochamt zu Ende war, waren auch die Kapellen fertig geschmückt und die Prozession setzte sich in Bewegung. Entlang des Prozessionsweges waren alle Fenster der angrenzenden Häuser geziert. Bei jeder Kapelle machte die Prozession Halt und der Pfarrer spendete Segen mit dem Altarsakrament. Dabei wurden aus den vor der Steinberg-Kapelle aufgebauten Böllern vier Schüsse abgefeuert.
Bei der ersten Kapelle wurde das Lied „Menschen öffnet eure Augen” gesungen, das vom Kantorlehrer Franz Metzger aus Bayern nach Budaörs gebracht und von ihm für Musikkapelle und Chor bearbeitet worden war. Bei der zweiten Kapelle erklang das Lied „Wir kommen zu Dir, o, du köstliches Brot”, bei der dritten „O, Menschen, Kinder kommt her und seht das Wunder”, bei der vierten hat man „Schon stehen wir zum viertenmal” gesungen.
Am Nachmittag des Festes wurden die Kapellen nach der Litanei abgebaut und auch der Blumenteppich entfernt. Die zum Geschenk erhaltenen Kränze haben die Budaörser am Hausaltar aufgehängt und bis zum nächsten Fronleichnam dort gelassen.
Den Brauch des Budaörser Fronleichnam-Blumenteppichs haben wahrscheinlich die deutschen Siedler in den 1720er Jahren aus der alten Heimat nach Budaörs mitgebracht.
Auch in den benachbarten deutschen Dörfern (Großturwall, Wudigeß) lebte dieser schöne Brauch.
Der Blumenteppich ist „eine Attraktion, die immer mehr bekannt wird…sie zu sehen pilgern tausende und abertausende…zum Gaffen kommen tausende aus Budapest, um dieses ergreifende Drama zu sehen…ein brennendes Mystikum. Es ist ein treues Erbe, über mehrere Generationen hin vererbt. Es ruht auf zwei Säulen: dem Glauben und dem Beharren auf jahrhundertalte Traditionen…” -war 1925 in der Zeitschrift Vasárnapi Ujság (Sonntagsblatt) zu lesen.
Auch nach 1946, nach der Vertreibung der Deutschen aus Budaörs ist die Tradition des Fronleichnam-Blumenteppichs am Leben geblieben. Der Weg der Prozession ist heute auf einen Umgang der Kirche beschränkt, doch die heimatverbliebenen Deutschstämmigen und auch die religiösen Budaörser plücken auch heute wieder Blütenblätter und breiten einen bunten Blumenteppich aus.