Johann Georg Czurda

Johann Georg Czurda
(1908 Csobanka - 1963 Wien)
Prälat Franz Walper mit ungarndeutschen Priesterstudenten Es war ein Werk der göttlichen Vorsehung, dass im Jahre 1938 der junge Kaplan Georg Czurda, geb. am 14.06.1908 in Perzendorf in der Nähe von Tulln in Niederösterreich, nach Ungarn kam. Nach Absolvierung der Bürgerschule kam er ins Stiftsgymnasium nach Seitenstetten, wo er 1930 maturierte. Nachdem er in St.Pölten und Innsbruck Theologie studiert hatte, wurde er 1934 zum Priester geweiht. Nach mehrjähriger Kaplanstätigkeit in Obritzberg und Mank floh er 1938 nach Ungarn. Hier wurde er bald Mittelpunkt der Seelsorge an den Ungarndeutschen. Seine Tätigkeit ist insofern bemerkenswert, weil er ja als Fremder nach Ungarn kam, wo er sein Lebenswerk eigentlich in jungen Jahren bereits erfüllte.
„Czurda erschien ganz unvermittelt am Horizont der ungarndeutschen Seelsorge, war aber dann rasch in deren Brennpunkt geraten.”

(in Anton Merli, Johann Georg Czurda Niederösterreichisches Presse¬haus St.Pölten, 1984)
Zunächst wohnte Czurda in Ungarn als Hausgeistlicher bei den Schwestern im Sacrecoeur in Budapest. Er selbst schildert, wie er mit Arbeitern, die er zu¬fällig kennenlernte, ungarndeutschen Maurern, in ihre Heimatgemeinde Buda-örs hinausfuhr. Dort ging er zuerst in die Kirche und auf den Friedhof, wo er sich wie zu Hause fühlte, denn die deutschen Aufschriften in der Kirche und die Grabinschriften auf dem Friedhof und die Gespräche auf der Dorfstrasse erinnerten ihn an die Heimat, die er soeben verlassen hatte. Besonders sein Besuch beim Pfarrer, Dr.Nikolaus Aubermann, machte ihm klar, dass sein Sein hier in Ungarn kein Zufall sein konnte, sondern dass ihn die göttliche Vorsehung hierher geführt hatte. Besonders beheimatet fühlte er sich in Großkowatsch (Nagy-kovácsi), wohin ihn schon im Oktober 1938 der damalige Sekretär des U.d.V., Dr. Ludwig Leber, mitgenommen hatte. In der Pfarrkirche von Nagykovácsi hielt er auch seine erste Predigt in deutscher Sprache in Ungarn über „Sterben und Auferstehen”. Dieser Besuch machte einen solchen Eindruck auf ihn, dass er als freier Missionspriester bis zu seiner Abreise vor der sowjetischen Besatzungsmacht alles getan hat, was ein Priester an Arbeit für sein Volk tun kann.

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