Geschichte

Die Einwanderung der ersten Deutschen erfolgte um 1000, als deutsche Ritter in Begleitung der Königin Gisela, Herzogin aus Bayern, in das Karpatenbecken kamen. Gisela war die Frau des ersten ungarischen Königs St. Stephan.

KarteDie größte Einwanderungswelle erfolgte nach der Türkenherrschaft. Zwischen 1700 und 1750 kamen deutsche Siedler aus Süddeutschland, Österreich und Sachsen in die nach den Türkenkriegen zum Teil menschenleeren Bereiche Pannoniens, des Banat und der Batschka und trugen entscheidend zur wirtschaftlichen Erholung und kulturellen Eigenart dieser Regionen bei. Von etwa 1,5 Millionen Donauschwaben, die 1918 in Ungarn, Jugoslawien und Rumänien lebten, sind die meisten um 1920 oder nach 1945 zurückgewandert, viele wurden vertrieben; kaum 30 Prozent sind geblieben.Ende des 18. Jahrhunderts lebten im damaligen Vielvölkerstaat Königreich Ungarn mehr als eine Million Deutsche, die vor allem in der Landwirtschaft tätig waren. Es gab aber auch eine blühende deutsche Kultur mit literarischen Werken, Zeitungen, Zeitschriften, Kalendern in den Städten. Ein großes deutsches Theater wurde am 9. Februar 1812 in der Hauptstadt eröffnet.

Im 19. Jahrhundert bildeten sich “deutsche Industriezweige” wie Glasbläser, Metallgießer, Steinmetze, heraus. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann eine radikale Magyarisierungspolitik, deren Folge war, dass sich das städtische deutsche Bürgertum, um seine wirtschaftlichen Interesse zu wahren, dem Ungartum anpasste, so wurde die deutsche Sprache allmählich durch die ungarische ersetzt.

Die Zahl der Deutschen wurde durch den Vertrag von Trianon 1920 mehr als halbiert, als Ungarn viele seiner Gebiete an die Nachbarstaaten abtreten musste. Gegen den Magyarisierungsdruck auf Staats- und Schulebene wehrte sich “Der Ungarnländische Deutsche Volksbildungsverein” 1924 unter der Leitung von Jakob Bleyer. Die ungarische Regierung setzte ihre Magyarisierungspolitik fort. In dieser Situation erhoffte das Deutschtum in Ungarn die Hilfe zur Verbesserung ihrer sprachlichen Situation von außen. Diese Tatsache kam Hitler-Deutschland zugute. Das Deutschtum in Ungarn wurde zum Spielball der ungarischen und der deutschen Regierung. Nach dem verlorenen Krieg wurden die Deutschen in Ungarn zum Sündenbock gemacht. Viele Deutsche wurden zur Zwangsarbeit nach Russland verschleppt, in Ungarn enteignet, entrechtet und zwischen 1946 und 1948 nach Deutschland, zuerst in die amerikanische, später in die russische Besatzungszone vertrieben. Ca. 220.000 Deutsche mussten Ungarn verlassen.

Die Vertreibung der Deutschen aus Ungarn begann 1946 bei Budapest und dauerte bis 1948. Das ungarische Parlament entschied bereits 1944, dass die deutsche Bevölkerung Ungarn verlassen muss und legte den endgültigen gesetzlichen Rahmen am 22. Dezember 1945 und in der Durchführungsverordnung vom 4. Januar 1946 fest. Personen, die bei der Volkszählung 1941 deutsche Nationalität und deutsche Muttersprache angaben, Mitglieder des Volksbundes oder der deutschen SS, Personen, die ihren magyarisch klingenden oder magyarisierten Namen wieder in einen deutschen umgewandelt hatten, wurden ausgewiesen (d.h. vertrieben). Am 1. Juni 1946 wurden die Transporte in die amerikanische Zone von den Amerikanern gestoppt, weil Ungarn das zurückgelassene Vermögen der Deutschen auf seine Reparationsverpflichtung anrechnen lassen wollte, was die Amerikaner nicht anerkannten. In dieser Phase mussten ca. 170.000 Deutsche Ungarn verlassen. Die nächste Phase der Vertreibung erfolgte ab August 1947, jetzt aber in die sowjetische Zone. Oftmals mussten Deutsche, deren Vermögen oder Besitz einem Neuansiedler oder einem Kommunisten gefallen hat, Ungarn verlassen, unanhängig von ihrer früheren politischen Ansicht oder Haltung. Diese Phase der Vertreibung kann als planlos bezeichnet werden, weil einige Ortschaften in der Schwäbischen Türkei vollständig abtransportiert wurden, wie Kakasd, während andere - wie z.B. Ófalu - verschont blieben. In diesem Zeitraum verließen ca. 50.000 Deutsche Ungarn und kamen in die Auffanglager in Sachsen, vor allem in das Lager Pirna.